ESMA sieht hohes Risiko der Entkopplung des Finanzmarkts von der zugrunde liegenden wirtschaftlichen Aktivität
Im Zuge der Veröffentlichung des „Trends, Risks and Vulnerabilities (TRV) Report of 2020“ äußerte sich die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zu Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Märkte. Insbesondere wird das Risiko unterstrichen, dass sich die Performance der Finanzmärkte weiter von der realen Marktleistung entfernt.
Während die COVID-19-Pandemie im ersten Quartal (Q1) 2020 zu massiven Korrekturen an den Kapitalmärkten führte, kam es in Q2 durch staatliche Interventionen zu einer bemerkenswerten Erholung. Seit dem Tiefpunkt im März 2020 wuchsen die Aktienmärkte des Euroraumes um 40%, die damit fast auf der Höhe des vor-Krisen-Niveaus stehen. Im Gegensatz dazu geht der Internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass das globale BIP sowie das BIP der Eurozone dieses Jahr erheblich sinken wird und sich erst 2021 leicht erholt.
Die ESMA geht von einem fragilen Marktumfeld und somit von andauernden Risiken in ihrem Zuständigkeitsbereich aus. Sie sieht einen längeren Zeitraum von Risiken für institutionelle und Kleinanleger, die sich in erheblichen Marktkorrekturen äußern können. Das Ausmaß, in dem sich diese Risiken verwirklichen können, hänge von zwei Faktoren ab: den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und den zusätzlichen externen Unsicherheiten im Zusammenhang mit einem weltweiten fragilen Marktumfeld. Besonders besorgniserregend sind dabei die Auswirkungen auf die Unternehmen und Kreditinstitute in der Europäischen Union (EU) und ihre Bonität.
ESMA, Pressemitteilung (02.09.2020)